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7. Hadamarer Frauenfachtagung

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Gesicht zeigen, Farbe bekennen“: Das ist in der frauenspezifischen Therapie im Maßregelvollzug immer wieder gefragt – vor allem von den Patientinnen. Öffnen sie sich? Stimmt das, was sie uns erzählen? Stehen sie hinter ihren Entscheidungen für eine Therapie? Uns kommt die Aufgabe zu, die Patientinnen auf ihrem Weg in ein suchtmittel- und straffreies Leben zu motivieren und zu unterstützen.
Gleichzeitig müssen wir im Rahmen von anstehenden Lockerungen entscheiden, ob die gewählten Behandlungsstrategien das Risikoverhalten der sucht kranken Straftäterinnen ausreichend gesenkt haben. Im Sinne unseres professionellen Selbstverständnisses als Behandelnde gilt – sowohl bei den alltäglichen Begegnungen mit unseren Frauen als auch über die Stationsgrenzen hinaus – wir müssen Gesicht zeigen und Farbe bekennen.

Wir laden Sie herzlich ein, mit uns darüber auf der 7. Hadamarer Frauenfachtagung gemeinsam nachzudenken und zu diskutieren.

Wie immer stehen im Mittelpunkt der Tagung frauenspezifische Themen, die uns im professionellen Umgang mit den Patientinnen auf der Station begegnen.

In diesem Jahr widmen wir den Behandlungsmöglichkeiten im Einzel- und Gruppensetting besonderes Augenmerk. So werden schematherapeutische Behandlungselemente der Borderline-Erkrankung vorgestellt und Gruppentherapieprogramme für Frauen aus den USA näher beleuchtet. Zudem widmen wir uns dem Angebot niedrigschwelliger Hilfe für suchtkranke Frauen in Frankfurt und den Überlebensstrategien der Betroffenen. Nicht zuletzt werden wir den Blick auch auf uns selbst richten und fragen: Wie erhalte ich meine Resilienz in einem Beruf mit hohen und ständig wechselnden Herausforderungen? Auch in diesem Jahr haben wir hochqualifizierte Referentinnen und Referenten gewinnen können. Nach ihren Vorträgen stellen kurze Erfahrungsberichte die direkte Beziehung zur Arbeit auf der Frauenstation her. So verzahnen wir Wissenschaft und therapeutischen Alltag, Theorie und Praxis.

Ergänzende Workshops bieten Gelegenheit, weitere Einblicke in die Arbeitsansätze und Abläufe auf der Frauenstation zu nehmen oder meditatives Tanzen kennenzulernen.

Wir freuen uns auf eine spannende Fachdiskussion und den berufsgruppenübergreifenden Austausch von Kolleginnen und Kollegen aus Maßregelvollzugseinrichtungen, JVA, Nachsorge und Adaption sowie allen anderen, die sich frauenspezifischer Arbeit widmen.

Ralf Wolf, Ärztlicher Direktor Vitos Klinik für forensische Psychiatrie

Dirk Heller, Krankenpflegedirektor

Karin Türk, Leiterin der Frauenstation