Hadamar

- 1637 - schenkte Fürst Johann Ludwig von Nassau Hadamar die Kirche auf dem Ägidienberg (heutiger Mönchberg) und das umliegende Gelände dem Franziskanerorden mit der Weisung, dort ein Kloster zu erbauen. Noch im gleichen Jahr erfolgte die Grundsteinlegung und nach siebenjähriger Bauzeit waren die Klostergebäude fertiggestellt. Der Bau der Franziskanerkirche erfolgte in der Zeit von 1658-1666.
- 1806-1816 - war der Mönchberg Sammelkloster für viele aufgelöste Klöster. In den Befreiungskriegen war es als Lazaret zusammen mit dem Schloss sehr stark belegt, so dass die Patres selbst kaum noch Platz hatten. Am 05.März 1816 verfügte die Regierung die Einziehung des Klosterbesitzes (sog. Säkularisierung) zugunsten des Staates und schenkte ihn der Hadamarer Evangelischen Kirchengemeinde.
- 1828 - verkaufte die evangelische Kirchengemeinde das ehemalige Kloster an die Nassauische Regierung, die darin eine Hebammen-Lehr- und Entbindungsanstalt einrichtete. In den ersten 3 Jahren wurden 73 Hebammen ausgebildet.
- 1872 wurde die Hebammen-Lehranstalt geschlossen, bzw. mit der Lehranstalt zu Marburg/L., die der dortigen Universität angeschlossen war, vereint.
- 1878 - wurde die ehemalige Hebammen-Lehranstalt mit ihren Grundstücken von dem Königlichen Domänefiskus, dem kommunalständischen Verband im Regierungsbezirk Wiesbaden, verkauft.
- 1880 - wurde mit dem Bau der neuen Gebäude für eine Korrigendenanstalt begonnen.
- 1883 - wurde die Korrigendenanstalt eröffnet. Die Belegung der Anstalt betrug 225 männliche und 110 weibliche Insassen(1887). Korrigenden waren Personen, die infolge von Gerichtsurteilen eingewiesen wurden, um eine Besserungshaft abzuleisten. Die Männer fanden fast alle bei Außenarbeiten Verwendung, die Frauen arbeiteten in der Haushaltung der Anstalt oder waren in besonderen Räumen gegen Entgelt für eine fremde Firma mit Handarbeiten beschäftigt. Wenn nötig, wurde eine Frauenkolonne in der Feldarbeit eingesetzt. Für die geistige Betreuung wurden regelmäßig Gottesdienste abgehalten, eine Bücherei eingerichtet und Schulunterricht angeboten.
- 1890 - wurde in der Korrigendenanstalt eine Landarmenanstalt eröffnet. Zur Aufnahme kamen Arme, die ganz oder teilweise arbeitsfähig, aber dem Müßiggang oder der Trunksucht ergeben waren und daher nicht zur Aufnahme in Häuser der offenen Armenpflege geeignet waren.
- 1906/1907 - wurden Teile der Anstalt zur Aufnahme von Geisteskranken eingerichtet. Die Korrigenden wurden bis auf 15 männliche Insassen 1906 in die kurhessische Korrektionsanstalt Breitenau verlegt. Die Zahl von 15 blieb durch Ergänzung von Abgängen bis zum Ende des ersten Weltkrieges in etwa erhalten. Im Krieg war auch ein Rotkreuzlazarett hier untergebracht.
- 1920 - Änderung des Namens in Landes- Heil- und Erziehungsanstalt,
- 1933 - in Landes- Heil- und Erziehungsanstalt.
- 1939 - war die Anstalt für ein Jahr Militärlazarett, danach übernahm die "Gemeinnützige Stiftung für Anstaltspflege" mit Sitz in Berlin die Anstalt, die im Rahmen der "Euthanasie" als Tötungsanstalt missbraucht wurde.
- 1945 - Wiedereröffnung der Landesheilanstalt.
- 1953 - Die Umwandlung des Bezirkskommunalverbandes Wiesbaden, zu dem die damalige Landesheilanstalt Hadamar gehörte, in den Landeswohlfahrtsverband Hessen. Mit der Bildung des LWV 1953 erfolgte eine grundlegende Renovierung und Umgestaltung der noch erhaltungswürdigen älteren Gebäude.
- Im Zuge der Entflechtung und Spezialisierung der Psychiatrischen Krankenhäuser des LWV Hessens entstand in der Zeit von 1971 bis 1974 eine moderne psychiatrische Fachklinik mit dem Schwerpunkt Suchtbehandlung. Die Bettenzahl lag bei teilweise 500, die durchschnittliche Aufnahmezahl der Patienten betrug 1400 pro Jahr. Einzugsgebiete waren die Stadt Frankfurt und der Kreis Limburg/Weilburg.
- Das psychiatrische Krankenhaus wird in Zentrum für Soziale Psychiatrie umbenannt.
- 2007 Die Rechtsform der Einrichtung ändert sich. Das Zentrum fü soziale Psychiatrie wird in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt.
- 2008 Am 1.1.2008 hat der LWV Hessen die Zentren für soziale PSychiatrie in zwölf gemeinnützigen Tochtergesellschaften unter einer Holding, der LWV-Gesundheitsmanagement GmbH, ausgegliedert. Die Holding firmiert seit März 2009 unter Vitos GmbH. Auch die Tochtergesellschaften und ihre Einrichtungen tragen seitdem den gemeinsamen Namen Vitos als Bestandteil ihres Namens.
