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Frauenstation

Die Hadamarer Frauenstation ist zusammen mit einer weiteren Klinik für suchtkranke Straftäter die einzige, die in Deutschland auf ein neues, altes Prinzip setzt: Geschlechtertrennung. Während in den vergangenen Jahrzehnten in fast allen Kliniken und therapeutischen Einrichtungen die Trennung von Frauen und Männern aufgehoben wurde, geht die Hadamarer Forensik seit 2002 bewusst den umgekehrten Weg. Dr. Margarethe Philipp, die leitende Abteilungsärztin der Frauenabteilung, hält diesen Schritt für entscheidend, um die Therapiechancen der suchtkranken Straftäterinnen zu verbessern. Der Weg in Sucht und Delinquenz habe bei fast allen Frauen über psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt geführt. Die hierdurch verursachte Traumatisierung der Frauen könne nur durch die Auflösung der erlernten Verhaltensmuster gegenüber Männern und die gezielte Stärkung ihres Selbstbewusstseins geheilt werden. So könnten Risiken für Rückfälle in Abhängigkeitsverhältnisse, Sucht und Delinquenz verringert werden. Bei einer gemeinsamen Unterbringung und Therapierung mit männlichen Straftätern hätten die Frauen dagegen kaum eine Chance, ihre Probleme aufzuarbeiten.